• Bei der Übergabe der gesammelten Unterschriften (v.l.n.r.): Elisabeth Burgener Brogli (Grossrätin & Co-Präsidentin SP Aargau), Antonia Grimm Bovens (Vorstandsmitglied SP Gipf-Oberfrick), Vreni Buol Lüscher (Vorstandsmitglied SP Gipf-Oberfrick & Gemeinderatskandidatin), Regine Leutwiler (Frau Gemeindeammann Gipf-Oberfrick), Rolf Schmid (Präsident SP Bezirk Laufenburg)

     

    Nach Möhlin und Kaiseraugst regt sich auch im Oberen Fricktal Widerstand gegen den Abbau der Poststelle. Die SP Gipf-Oberfrick überreichte Frau Gemeindeammann Regine Leutwiler die Petition „Unsere Post muss bleiben“. Im Rahmen einer kantonalen Kampagne setzt sich die SP für den Erhalt der Dienstleistungen der Poststellen ein. Die Petition mit 676 Unterschriften stützt den Gemeinderat bei seinen Verhandlungen mit der Schweizerischen Post AG. Offensichtlich ist der Service Public ein Thema in der Bevölkerung, weshalb das Anliegen auf offene Ohren stösst. Warum die Post Gipf-Oberfrick geprüft wird, ist für die meisten Menschen aus der Umgebung unverständlich. Das Büro ist verkehrstechnisch gut erreichbar und es ist nebst Volg, Bank, Arzt, Apotheke und weiteren Dienstleistungen ein fester Bestandteil des Dorfzentrums. Auch die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden nutzt die Oberfricker Post regelmässig.

    Für die SP ist unbestritten: Die Kundenbedürfnisse haben sich geändert und darauf muss die Post reagieren. Die Poststellen müssen zukunftsfähig gemacht werden, anstatt einfach strategielos eine nach der anderen zu schliessen.

    Bis zu den offiziellen Verhandlungen zwischen dem Gemeinderat und der Post können die gesammelten Unterschriften weiterhin bei der SP Gipf-Oberfrick eingereicht werden.

     

     

  • Noch vor wenigen Monaten versprach die Post, bei der Ablehnung der „Service Public“-Initiative die Poststellen und den Service Public zu erhalten. In der Zwischenzeit kündigt die Post in den Medien einen Abbau von weiteren 500-600 Poststellen schweizweit an. In Absprache mit der kantonalen Volkswirtschaftsdirektion versucht die Post ihre Schliessungspläne breiter abzustützen, um danach die betroffenen Gemeinden vor vollendete Tatsachen zu stellen und sie mit einer Postagentur abzuspeisen. Agenturstellen sind auf den ersten Blick attraktive Alternativen, haben sie doch länger geöffnet und bieten vergleichbare Angebote wie die Poststelle. Im Schatten dieser Entwicklung findet ein Abbau von Stellen statt, die Lagerkapazitäten der Dorfläden geraten an ihre Grenzen und das Verkaufspersonal gerät durch die Erweiterung der Aufgaben weiter unter Druck. Darüberhinaus ist vielerorts von der Schliessung der Dorfläden zu hören – Was passiert im Anschluss mit der Post? Wird der Betrieb der Agentur letzlich gar zur Aufgabe der Gemeindeverwaltung?

    Im Fricktal gibt es aktuell Druck auf verschiedene Bereiche im Service public. Aus Kostengründen wird im Jahrestakt über den Austritt aus dem Tarifverbund Nordwestschweiz debattiert, das Gesundheitszentrum Fricktal könnte in wenigen Jahren auf einen Standort in Rheinfelden reduziert werden, die Poststellen in Gipf-Oberfrick, Herznach und Frick sind gemäss einer Publikation der Post von der Schliessung gefährdet. Mettauertal und Eiken befinden sich im Schliessungsprozess.

    Diese ungesunden Entwicklungen dienen als Symbol für den Ausverkauf und Abbau beim Service Public. Einrichtungen wie die Post, die SBB oder öffentliche Spitäler haben einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen und sich nicht primär nur an der Rentabilität ihrer Betriebe zu orientieren. Ziel dieser Organisationen muss es sein den ungehinderten Zugang zu alltäglichen Diensten wie medizinischer Versorgung und Mobilität für alle Teile der Bevölkerung sicher zu stellen. Aus diesem Grund stehen diese Einrichtungen auch im Besitz der Öffentlichkeit. Es gilt daher wieder Einfluss auf die steigenden Managerlöhne, den Personalabbau und die Privatisierungsträume der bürgerlichen Mehrheit zu nehmen. Die SP Bezirk Laufenburg fordert konstruktive Lösung zum Wohle aller Beteiligten und nicht nur eine Bereicherung und Bevorteilung einiger weniger.

    Unterschreiben Sie noch heute die Petition der SP Gipf-Oberfrick zur Erhaltung der Poststelle.

    Hier geht es zum Unterschriftenbogen: Petition Poststelle Gipf-Oberfrick

     

  • Am 21. Mai befindet das Stimmvolk darüber, ob sich der Kanton Aargau in Zukunft die soziale Sicherheit wieder mehr Kosten lassen darf oder vielmehr muss. Die Initiative für bezahlbare Krankenkassenprämien verlangt eine moderate Erhöhung der Prämienverbilligungsbeiträge, damit kein Haushalt mehr als 10% seiner Einkünften für die Prämien der Grundversicherung aufzuwenden hat. Diese Massnahme muss und soll einhergehen mit den längst überfälligen Bemühungen, die Kosten im Gesundheitsbereich mit alternativen Versicherungsmodellen sowie Neuberechnungen der Tarifverträge langfristig zu senken. Bis dahin braucht es aber für viele Haushalte im Aargau dringend mehr Entlastung. Seit den Steuergesetzrevision in den letzten zehn Jahren fehlt dem Kanton bekanntlich an allen Ecken und Enden Geld. Mit dieser Begründung ist es denn auch nicht möglich, die unsozialen Sparrunden bei den Prämienverbillgungen wieder rückgängig zu machen. Von den marginalen Steuersenkungen für den Mittelstand spürt dieser längst keine Wirkung mehr, zu gross sind die Preiserhöhungen bei Mieten und Prämien. Für Vermögende und Personen mit hohen verfügbaren Einkommen resultiert aber nach wie vor eine Ersparnis gegenüber früheren Jahren. Willkommen im neoliberalen Kanton Aargau. Mein Vorschlag: Machen wir die Steuergesetzrevisionen doch wieder rückgängig. Bis heute haben diese weder zu mehr Steuereinnahmen, noch zu einem versprochenen Zuwachs an Arbeitsplätzen und Unternehmungen geführt. Erhöhen wir die Steuerlast von Vermögenden und Gutverdienenden wieder auf ein schweizweit durchschnittliches Niveau und erhalten dadurch wieder 250 Millionen Franken mehr an Steuern. Gelöst sind damit längst nicht alle Sorgen, wohl könnte damit aber die für viele Haushalte und Familien erdrückende Last der Krankenkassenprämien etwas entschärft werden. Vielleicht würde dadurch der Mittelstand und die unteren Einkommensklassen sogar wieder etwas mehr Vertrauen in die öffentliche Hand zurückgewinnen. Ein Schelm wer böses denkt, aber vielleicht ist es genau das, was die rechtsbürgerliche Mehrheit sehnlichst zu verhindern versucht.

    Ein JA zur Initiative für bezahlbare Krankenkassenprämien zeigt der Regierung auf, dass es einen dringenden Richtungswechsel in der Sozialpolitik braucht.