• Gemeinsam mit anderen besorgten Bürgerinnen und Bürgern sammelt unser Basismitglied und Wahl-Herznacherin Julia Hoppe aktuell in Herznach Unterschriften für den Erhalt der Poststelle. Im Gegensatz zu den lokalen Behörden, die bereits vor den Verhandlungen die Schliessung in Kauf nehmen, zeigt sie sich kämpferisch und will mit der Petition ein starkes Zeichen für den Service Public setzen.

    Nicht nur in Herznach, sondern überall wo fleissig gesammelt wird, stellen kritische Menschen die berechtigte Frage, weshalb eine Agenturlösung in einem Geschäft nicht eine passende Alternative zum traditionellen Postbüro bietet. Aus Sicht der SP sowie zahlreicher Angestellter in den Läden mit einem Agenturangebot hat sich gezeigt, dass vereinzelte Dienstleistungen nicht mehr möglich sind oder dass das meist ungeschulte Personal mit komplexen Angeboten überfordert ist. Darüber hinaus fehlt es im Zeitalter von Onlineshopping selbst in den üblichen Poststellen an Lagermöglichkeiten, in den Volgläden landen die Pakete nicht selten auf der Kühltruhe oder im überstellten Getränkelager. Besonders zu den Öffnungszeiten nach Feierabend wird das Geschäft vielerort regelrecht von zahlreichen Postkunden überflutet, welche nur in seltenen Fällen auch vermehrt vom Ladenangebot Gebrauch machen. Für den steigenden Personalbedarf finden die Ladenbesitzer nur selten Verständnis, der Druck auf die Mitarbeitenden steigt zunehmends.

    In einigen Orten stehen nebst den Agenturen auch die Dorfläden unter Beschuss, was heissen will, dass ein Erhalt der Postagentur auch nur solange gesichert ist, als dass das Geschäft geöffnet bleibt. Darüber hinaus gibt es keine weitere Betriebsgarantie durch die Post. Mit der Schliessung in Herznach verliert das Staffeleggtal seine letzte Poststelle.

    Unter diesen Voraussetzungen entzieht sich die Schweizerische Post klar ihrem gesetzlichen Auftrag ihr breites Dienstleistungsangebot allen Menschen mit einem möglichst dichten und hindernisfreien Netz zugänglich zu machen (i.e. Service Public). Ein grosses Dankeschön an die Sammelnden in Herznach und den umliegenden Gemeinden.  Bis Ende September nehmen die Verantwortlichen gerne zahlreiche Unterschriften als Unterstützung entgegen.

    Hier können Sie direkt unterschreiben. Vielen Dank für die Unterstützung! Petition Poststellenschliessung Herznach

  • Anlässlich eines offenen Diskussionsabends der SP Bezirk Laufenburg trafen sich gut 20 Personen im Mehrzweckgebäude Racht in Frick. Ein aufschlussreiches Inputreferat durch Fabio Gassmann, Geschäftsführer vom VCS Aargau, lieferte den Anwesenden einige Hintergrundinformationen und Statistiken zur aktuellen Situation und der Verkehrspolitik im Kanton. Das grösste Wachstum im Individualverkehr wird entgegen der Erwartungen nicht beim Pendler- und Arbeitsverkehr progonostiziert, sondern für Zwecke wie Einkauf und Freizeit. Besonders für die ländlichen Gebiete wie das Fricktal fehlt es der aktuellen Regierung an Visionen und praktikablen Lösungen in Verkehrsfragen. Man beschränkt sich auf die Optimierung der bestehenden Infrastrukturen. Dadurch sind die einzelnen Gemeinden und die Regionalplanung besonders gefordert. Mit den grössten Reserven unüberbauter Siedlungsfläche und dem Sisslerfeld als wirtschaftliche Entwicklungszone von kantonaler Bedeutung, verfügt das Fricktal trotz stetem Wachstum über weiteres Potenzial. Um dem damit einhergehenden Verkehrsaufkommen Herr zu werden, sind allerdings klare Strategien und eine konsequente Förderung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Langsamverkehr gefragt. Die gesetzlichen Kriterien für mögliche Lösungen beim motorisierten Verkehr, wie beispielsweise eine Umfahrung, sind im Raum Frick aktuell nicht erfüllt. In der Diskussion wurde schnell klar, dass der Leidensdruck durch Verkehrsüberlastung offenbar noch zu gering ist, als dass Autofahrer einen Umstieg auf andere Verkehrsmittel überhaupt in Erwägung ziehen. Als mögliche Ursache dafür sieht ein Teil der Anwesenden auch das angebotsseitige Wachstum. Wo Strassen ausgebaut werden, entsteht neuer Verkehr. Verbindungen im öffentlichen Verkehr und gesonderte Fahrradwege werden nur spärlich erweitert oder gar redimensioniert. Die Attraktivität umzusteigen, geht folglich zurück. Langsamverkehr und öV kommen in der öffentlichen Diskussion und Planung oftmals viel zu kurz.

    Als zweiter Hauptpunkt wird man sich zwar einig, dass die Regionalplanung in Mobilitätsfragen mehr aktive Verantwortung übernehmen muss und insbesondere die betroffenen Gemeinden in die Diskussion einbinden muss. Insbesondere Frick als Dreh- und Angelpunkt für den Verkehr aus dem Benken- und Staffeleggtal hat im Alleingang schlechte Karten das Problem zu lösen. Mit den Projekten bei der Hauptstrasse und beim Bahnhof Frick geht der Gemeinderat einen ersten wichtigen Schritt, wagt aber in einigen Detailfragen zu wenig Vision. In Bezug auf das Sisslerfeld steht der Verdacht im Raum, dass es den Verantwortlichen vielmehr um Arbeitsplatzwachstum und Prestige geht, als die Lebensqualität und die Emissionen möglichst klein zu halten. Von den heutigen und künftigen Unternehmen auf dem Areal muss zwingend ein Mobilitätsmanagement einverlangt werden. Aufgrund der heutigen Verkehrssituation gibt es nachhaltige Lösungen nur bei einer konsequenten Förderung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei darf auch das nahe Ausland mit den zahlreichen Pendlern nicht vergessen gehen. Beispielsweise eine Verbindung zwischen Hochrheinbahn mittels Eisenbahnbrücke in die Schweiz ist eine prüfenswerte Option.

    In Anbetracht von Energiewende und Klimawandel erachtet die SP Bezirk Laufenburg die grösstmögliche Verlagerung von motorisiertem Individualverkehr hin zu Bahn, Bus und Langsamverkehr auch im ländlichen Raum unumgänglich. Das Angebot und die Infrastruktur muss mit Mut und Wille ausgebaut werden, ohne Investitionen steigen die Menschen kaum um. In den Planungen von Gemeinden und Regionalverbänden müssen diese Mobilitätsformen zwingend mehr Beachtung finden, bislang tun sich die Behörden damit schwer und erachten den Ausbau von Strassen als einzige Handlungsmöglichkeit. In Absprache mit Unternehmungen und ansässigen Arbeitgebern braucht es Konzepte um den Pendlerverkehr einzudämmen und die Verwendung der öffentlichen Verkehrsmittel zu fördern.

  • Bei der Übergabe der gesammelten Unterschriften (v.l.n.r.): Elisabeth Burgener Brogli (Grossrätin & Co-Präsidentin SP Aargau), Antonia Grimm Bovens (Vorstandsmitglied SP Gipf-Oberfrick), Vreni Buol Lüscher (Vorstandsmitglied SP Gipf-Oberfrick & Gemeinderatskandidatin), Regine Leutwiler (Frau Gemeindeammann Gipf-Oberfrick), Rolf Schmid (Präsident SP Bezirk Laufenburg)

     

    Nach Möhlin und Kaiseraugst regt sich auch im Oberen Fricktal Widerstand gegen den Abbau der Poststelle. Die SP Gipf-Oberfrick überreichte Frau Gemeindeammann Regine Leutwiler die Petition „Unsere Post muss bleiben“. Im Rahmen einer kantonalen Kampagne setzt sich die SP für den Erhalt der Dienstleistungen der Poststellen ein. Die Petition mit 676 Unterschriften stützt den Gemeinderat bei seinen Verhandlungen mit der Schweizerischen Post AG. Offensichtlich ist der Service Public ein Thema in der Bevölkerung, weshalb das Anliegen auf offene Ohren stösst. Warum die Post Gipf-Oberfrick geprüft wird, ist für die meisten Menschen aus der Umgebung unverständlich. Das Büro ist verkehrstechnisch gut erreichbar und es ist nebst Volg, Bank, Arzt, Apotheke und weiteren Dienstleistungen ein fester Bestandteil des Dorfzentrums. Auch die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden nutzt die Oberfricker Post regelmässig.

    Für die SP ist unbestritten: Die Kundenbedürfnisse haben sich geändert und darauf muss die Post reagieren. Die Poststellen müssen zukunftsfähig gemacht werden, anstatt einfach strategielos eine nach der anderen zu schliessen.

    Bis zu den offiziellen Verhandlungen zwischen dem Gemeinderat und der Post können die gesammelten Unterschriften weiterhin bei der SP Gipf-Oberfrick eingereicht werden.