• Anlässlich ihrer gut besuchten, aber physisch distanzierten Mitgliederversammlung hat die SP Bezirk Laufenburg ihre Kandidatinnen für die Bezirkswahlen vom 27. September 2020 nominiert. Mit Eveline Guggenbühl (Gerichtspräsidium), Brigitte Gut (Friedensrichterin) und Priska Bachmann Gassmann (Bezirksrichterin) stellen sich drei äussert kompetente Frauen aus den Reihen der SP für eine Wiederwahl zur Verfügung und liefern den Beweis, dass die SP definitiv kein «Frauenproblem» hat. Als besonderer Gast an der Versammlung in Kaisten richtete Regierungsratskandidat Dieter Egli einige Worte an die Teilnehmenden. Unter dem Slogan «Verantwortung für heute und morgen» betonte Egli die Wichtigkeit für mehr Anerkennung systemrelevanter Berufe, einen starken Service public und einen griffigen Klimaschutz.

     

    Bildlegende (v.l.n.r.): Priska Bachmann Gassmann, Dieter Egli, Brigitte Gut-Käser, Eveline Guggenbühl

  • Aufgrund der ausserordentlichen Lage nominierte die SP Bezirk Laufenburg ihre Kandidierenden für die Grossratswahlen im Herbst auf dem Zirkularweg. Angeführt wird die Liste durch die beiden Bisherigen: Grossratsvizepräsidentin Elisabeth Burgener Brogli (Gipf-Oberfrick) und Grossrätin Colette Basler (Zeihen). Danach folgen Rolf Schmid (Frick), Fabio Haller (Wölflinswil), Susanna Brogli Schoder (Laufenburg), Daniela Leimgruber (Eiken) und Gunthard Niederbäumer (Frick). Inhaltlich setzt die SP auf vier zentrale Themen. Beim Klima- und Umweltschutz muss der Aargau rasche und effektive Lösungen finden. Dabei ist die Förderung eneuerbarer Energien und die Stärkung umweltfreundlicher Mobilitätsformen zentral. Die medizinische Grundversorgung muss weiterhin regional und dezentral sichergestellt werden, alle Menschen sollen Zugang zu guter und bezahlbarer Medizin haben. Für systemrelevante Branchen wie die Pflege, die Kinderbetreuung oder den Detailhandel braucht es bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Zudem setzen wir uns für gerechte Chancen, genug finanzielle Ressourcen und hohe Qualität in der Bildung ein. Dies gilt für die Grundschule und reicht über die Berufsbildung, die heilpädagogischen Schulen bis hin zur lebenslangen Weiterbildung.

     

    Grossratsliste 2020

    Bildlegende (v.l.n.r.): Rolf Schmid, Colette Basler, Daniela Leimgruber, Fabio Haller, Susanna Brogli Schoder, Elisabeth Burgener Brogli und Gunthard Niederbäumer (Collage: Peter Koller)

     

  • Vor gut drei Jahren startete ich meine Ausbildung als Fachmann Gesundheit im Altersheim. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit als überall in den Zeitungen stand wie viele junge angehende Erwachsene sich für den Pflegeberuf entschieden haben und es in den nächsten tun werden. Bis heute ist er bei Schulabgänger/-innen relativ beliebt. Dennoch liest man oft von Fachkräftemangel und warnt davor, dass die Spitäler die Last nicht mehr tragen können. Erst recht in einer Krise.

    SVP-Mann Thomas Matter sprach in der Arena vom 27. März darüber, dass das Grundproblem für den Personalmangel bei der strengen Ausbildung liege. Er warf die Frage in die Runde, weshalb es keine explizite Lehre für Krankenpfleger gäbe. Was Herr Matter nicht zu wissen scheint: Seit einigen Jahren bietet das Rote Kreuz mit dem Pflegehelferkurs einen kurzen und niederschwelligen Lehrgang an, welcher den Quereinstieg und später ausgezeichnete Weiterbildungen ermöglicht.

    Die Aussage zeugt davon wie wenig gewisse Politiker/-innen über die Situation im Gesundheits- und Pflegebereich informiert sind. Insbesondere über die Anforderungen unseres Berufes scheint er sich als Banker nicht im Klaren zu sein. Der menschliche Körper ist komplex und das Wissen über seinen Aufbau und Funktionen von zentraler Bedeutung. Der Anspruch an die eigene Psyche und der kontrollierte Umgang mit den eigenen Emotionen sind weitere Herausforderungen. Wir kommen im Alltag unserer Patienten unheimlich nahe. In der Ausbildung müssen wir uns darum anspruchsvollen, aber zugleich hochspannenden Lehrstoff aneignen. Nur so kann auch ein Thomas Matter am Schluss zufrieden sein mit der Pflege, wenn er aus seinem privatversicherten Einzelzimmer hinausmarschiert.

    Für mich sind die Aussagen und der lachhafte Applaus von Matter und anderen Bürgerlichen darum verletzend, weil ich weiss wie viele Pflegende jeden Tag immer wieder an ihre Grenzen gehen und auch sehr oft über diese hinauswachsen müssen. Hier liegt denn auch das Grundproblem, weshalb Menschen sich qualifizieren und danach die Hälfte den Beruf wieder verlässt. Es ist körperlich und psychisch nicht mehr tragbar, vor allem weil die Rufe nach besseren Arbeitsbedingungen von diesem Teil der Politik weiterhin ungehört bleiben.
    In dieser schwierigen Zeit, schliesslich auch dem Schlussspurt meiner Ausbildung, zähle ich darum auf die vielen klatschenden Menschen in diesem Land. Darauf, dass sie wissen, dass der Applaus und das Lob uns keine bessere Bezahlung schenkt, nicht mehr Ruhezeiten gewährt und uns nicht mehr Raum für die angemessene Pflege eines Patienten einräumt. Seit einiger Zeit organisiere ich mich mit anderen Menschen aus der Pflege und bin dankbar um Verbände, Gewerkschaften und Parteien, die sich auch ohne Coronakrise für unsere Anliegen oder die Pflegeinitiative starkmachen. Menschen, die uns zuhören und sich gemeinsam mit uns um mehr greifbare Anerkennung bemühen.

    Wir zählen aber auch auf Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wenn sie selber auf die Pflege von uns angewiesen sind, Verwandte oder Bekannte haben, die kurzzeitig oder langfristig in einem Spital, einer Klinik oder einem Heim sind.

     

    Fabio Haller, Fachmann Gesundheit in Ausbildung, Wölflinswil